18. Mai 2011

COUNTRY ROAD
Hommage an Clemens Kalischer zum 90. Geburtstag.

Der jüdisch-deutsch-amerikanische Fotograf flüchtete 1942 mit seiner Familie über Marokko in die USA, wo er Kunst studierte und sich ab Ende der vierziger Jahre mit dem Alltag armer Farmer, Landarbeiter und ihrer Familien aus der Appalachian Region fotografisch auseinander setzte.
Seine Arbeiten für die New York Times, Newsweek, Boston Globe Magazine und das TIME Magazine waren der Beginn seiner Karriere. Eine wichtige Station war seine Beteiligung an der Ausstellung des Fotografen Edward Steichen The Family of Man im Museum of Modern Art in New York im Jahre 1955 – eine Abschweifung hierzu.
Grundidee dieser Ausstellung war ein umfassendes Portrait der Menschheit. Gegliedert waren die 503 Aufnahmen von 273 bekannten Fotografen und Amateuren aus 68 Ländern in 37 Themen wie z.B. Liebe, Glaube, Geburt, Arbeit, Familie, Kinder, Krieg und Frieden. Die Ausstellung sollte die Gleichheit der Menschen zeigen, dass alle egal welcher Herkunft, Alters und Geschlechts Würde besitzen und eine gemeinsame Natur haben. Sie sollte den Menschen nach den Erfahrungen des Krieges helfen, die Welt wieder im besseren Licht zu sehen und das gegenseitige Verständnis fördern.
Fotografie als universelle Sprache, um die Kraft der Liebe und Mitmenschlichkeit zu zeigen, um Hass, Gewalt und Zerstörung zu überwinden. Die Ausstellung wurde sehr erfolgreich und ging mit mehreren Wanderversionen auf Welttournee. Seit 1994 ist sie permanent im Schloss Clervaux zu sehen, wo sie 1966 als letzte bestehende Wanderversion als Geschenk übergeben wurde. 2003 wurde The Family of Man in das Memory of the World Register der UNESCO aufgenommen.
Die gallery argus fotokunst zeigt zum vierten Mal Arbeiten von Clemens Kalischer:
„Mit hoher formaler Präzision und sensibler Eindringlichkeit zeichnet Clemens Kalischer als Chronist seit über 50 Jahren die Menschen seiner Umgebung in all ihren sozialen Zusammenhängen.“
Die Ruhe, die seine Werke ausstrahlen, faszinieren, wenngleich die Zustände nicht idyllisch sind. Ihm entgeht kein Detail, eine feine Menschenwahrnehmung.
Die Ausstellung ist noch bis 28. Mai 2011 zu sehen,

geöffnet Dienstag bis Samstag 14.00-18.00 // gallery argus fotokunst, Berlin

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