4. April 2011

SCIENCE SLAM
Bühnenreife Forschungsergebnisse vom Wissenschaftsnachwuchs in 10 Minuten.

In Anlehnung an Poetry Slam ist der Science Slam ebenfalls ein Wettbewerb, bei dem die Vortragenden anstelle selbstgeschriebener Texte selbst erarbeitete Forschungsergebnisse präsentieren. Ähnlich wie Pecha Kucha also eine Infotainment- und Werbemassnahme in eigener Sache, nur von den Themen rein auf die Wissenschaft beschränkt – dabei sehr breit gefächert. Der Fokus der Bewertung liegt nicht vorrangig auf den wissenschaftlichen Wert der Arbeit, sondern auf die informative und unterhaltsame Darstellung des Forschungsgegenstandes. Publikum als Jury? Dann können sich die meisten zumindest nicht beschweren. Das sagt die Hamburger Morgenpost: „Beim ‚Science Slam‘ verwandelt sich trockene Wissenschaft zu großartigem Lesebühnen-Pop.“ Achtung Mainzer – bald kommt der Slam zu Euch und als diesjährige Wissenshauptstadt sind meine Erwartungen an Euch hoch.
Der heutige Austragungsort ist eine eigene Forschung wert. Ich werde an dieser Stelle nicht die komplette bewegende Schließungs-, Besetzungs-, Wiedereröffnungs- und Nutzungsgeschichte abhandeln, aber ein kurzer Abriss muss schon sein. 1861 als Biergartenlokal eröffnet, 1930 umgewandelt zum Kino am Heinrichplatz, das wegen Kriegschäden geschlossen, 1951 wiedereröffnet und nach dem Mauerbau komplett geschlossen wurde. In den 60er und 70er Jahren folgte die Nutzung als Atelier und Supermarkt.
1978 wurde das SO 36 unter der Leitung von Achim Schächtele als Veranstaltungsort mit einem zweitägigen „Mauerbaufestival“ am 12./13. August (zum ironischen Gedenken an den Bau der Berliner Mauer – ironische Wendung dabei auch was die letzten zwei Jahre betrifft, dazu später) eröffnet. Jetzt könnte an dieser Stelle die ereignisreiche Zeit um Martin Kippenberger und die weitere Geschichte von 1979 bis 1984 des S0 36 folgen – das kann man jedoch spannender sehen in der Dokumentation aus dem Jahr 1985 von Manfred Jelinski und Jörg Buttgereit So war das SO 36.
2009 war die Existenz des SO 36 durch die Nachbarschaft bedroht, zu laut sei es – fällt 19 Jahre nach Wiedereröffnung auf, interessant. Um der Auflage nachzukommen den Lärm zu reduzieren, wurden Benefizkonzerte abgehalten, um die finanziellen Mittel zur Errichtung einer Schallschutzmauer zu ermöglichen. Wenn’s hilft – ein Club der sich gegen jede Form von Diskiminierung wendet, sollte auf jeden Fall weiterhin Bestandteil dieser Stadt sein.

Einlass 19.00, Beginn 20.00 // SO36, Berlin

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