10. Mai 2011 // WIESBADEN

BILDER LERNEN LAUFEN, INDEM MAN SIE HERUMTRÄGT
Daumenkinographie von Volker Gerling.
Vor sechs Jahren habe ich Volker Gerling das erste Mal gesehen. Ich war Assistentin beim Mannheimer Festival Wunder der Prärie, das in diesem Jahr dem Thema Reise gewidmet war. Volker Gerling war einer der Highlights und Publikumsliebling.
Er ist ein wandernder Daumenkinograph. Über 3000 Kilometer hat er zu Fuß von Berlin quer durch Deutschland bis in die Schweiz zurückgelegt, um die Menschen zu portraitieren. Er fotografiert sie in einer Verfahrensweise, um aus den Fotos kleine ästhetisch wunderbare Daumenkinos zu erstellen. Die handlichen Kunstwerke sind auch käuflich zu erwerben. Sehr schön zum Beispiel Alter Mann mit Baseballmütze, der Gerling mit seinem Gepäck an seinem Zaun vorbeigehen sah und neugierig fragte, wo es ihn hinzog. Es folgte eine Einladung ins Haus und eine Versorgung mit Reiseproviant. Gerling läuft auf seinen Wanderschaften mit einer Bauchlade, auf der er seine fertigen Daumenkinos präsentiert. In seinem Bühnenprogramm werden die Daumenkinos auf eine Leinwand projiziert und Gerling erzählt von den „großen, kleinen, ernsten und skurrilen Zufallstreffen“.
Dieses Jahr ist er von den Veranstaltern der Maifestspiele eingeladen, die treffend beschreiben, was für ein besonderer Abend zu erwarten ist:
„Stiller, schlichter und schöner kann Kunst nicht sein.“
19.30 // Hessisches Staatstheaters Wiesbaden, Wiesbaden

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