10. April 2011

WISSEN SIE, WIE MAN TÖNE REINIGT? SATIESFACTIONEN
Eine Satie-Hommage von Jürgen Flimm.
Der Chef selbst hat inszeniert. Ist ja allgemein nicht immer eine gute Idee, in diesem Fall – und das weiß ich aus interner Quelle – handelt es sich um einen gelungenen Abend. Allein der Aufführungsort dürfte ein spezielles hinter die Kulissen gucken sein, selbst für Theaterleute ist das Bespielen einer Werkstatt zwar nicht neu aber nicht alltäglich. In einer Wohnzimmeratmosphäre erwartet das Publikum ein gut aufgelegtes Ensemble mit Stefan Kurt, Klaus Schreiber und Jan Josef Liefers – letzterer wie meine Quelle sagt, sei eine wunderbare Rampensau vor dem Herrn. Die Satie-Hommage besteht vor allem aus Saties Einakter Le piège de Méduse (Die Falle der Qualle) – zeitlich ist es noch vor Dada und dem Absurden Theater entstanden. Bei diesem sinnreichen Titel wird ebenso sinnreiches aufgefahren – Affentänze in Affenmaske, mal mit Einbeziehung der Zuschauer, musikalischer Einsatz einer Maultrommel und Satie-Melodien raten, die auf Wassergläsern fabriziert werden. Gerade lese ich, dass die heutige und alle weiteren Vorstellungen ausverkauft sind. Ob sich ein Anstellen an der Abendkasse lohnt? Einzelne Personen haben ja öfters das Glück, eine nicht abholte Karte zu erwerben, weil ein Wein oder Bier mit Freunden der Kunst vorgezogen wird. Ansonsten auf die Wiederaufnahme in der nächsten Spielzeit hoffen und bei diesem Traumwetter selbst ein Bierchen trinken gehen.
20.00 // Staatsoper im Schiller Theater, Berlin

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